Lebende Steine.

Nachdem ich den ersten Tag in Dunedin etwas ruhig angegangen bin, stand ich am nächsten Tag schon 8 Uhr morgens vor dem Hostel. Ich hatte ein Mountainbike bestellt.

In meinem Reiseführer hatte ich von einer Radtour über die Otago-Halbinsel gelesen, welche zu den Top10 der Tages-Fahrradtouren der Welt zählen sollte. “Klingt genial, das muss ich machen!”, dachte ich mir.
Dank dem Verleiher habe ich die Route jedoch anders herum als geplant genommen. Zuerst ging es durch die Stadt Richtung Süden zum St. Kilda Beach und Tomahawk Lagoon bzw. Tomahawk Beach, bevor ich mich auf den steilen Weg hinauf auf die Berge machte.

Nachdem ich die Wolkenkette durchquert hatte, tat sich ein umwerfender Blick auf den Otago Harbour auf. Ich fuhr weiter zum Larnach Castle, die einzigste Burg in ganz Neuseeland, mitten auf der Otago-Halbinsel. Dort angekommen, wurde ich erstmal wieder abgeknöpft, nur damit ich es von außen sehen und ein Foto machen konnte. Egal… jetzt war ich einmal hier!


Von dort aus ging es erstmal schön entspannt bergab zum Hoopers Inlet. Ab jetzt ist es fast nur noch flach, das sollte einfacher zu fahren sein! Doch ich hatte nicht mit dem starken Gegenwind gerechnet…

Ich strampelte fleißig weiter zu Allans Beach, wo ich mir erhoffte, endlich Seelöwen sehen zu können. Der Strand war einfach unbeschreiblich! So groß mit wunderschönem weißen Sand und total verlassen. Ich ging am Strand entlang richtung den Felsen. Ich habe gelesen, dass sich die Seelöwen meistens da aufhalten, aber es war einfach keiner zu sehen. Schon etwas enttäuscht ging ich dennoch weiter, bis ich plötzlich fast über einen großen lebenden Stein gestolpert wäre… ein schlafender Seelöwe, ups! :D

Total happy und etwas ängstlich zugleich sprang ich auf den Felsen nebenan und begann ein Foto nach dem nächsten zu knipsen, bis ich plötzlich von etwas brüllendem unterbrochen wurde: An der Felswand hielten sich noch zwei Seehunde auf, welche anscheinend eine paar Auseinandersetzungen hatten. ^^
Es war echt unglaublich, so ganz allein zwischen Seelöwe und Seehunden am Strand zu sitzen. Leider hatte ich noch eine lange Tour vor mir, sodass ich mich wieder auf den Rückweg machte. Während ich noch schnell einige Fotos vom Strand knippste, wurde ich plötzlich aus dem Meer heraus angebrüllt. Ich hatte nich mitbekommen, wie ein Seehund mich beobachtete und wartete, bis ich endlich fertig war und er aus dem Wasser kommen konnte. Herrlich! :D

Ich ging zurück zu meinem Fahrrad und fuhr weiter zum Papanui Inlet und über die Bergkette auf die flache Seite zum Ortago Harbour.
Ich nahm meine ganze letzte Kraft zusammen und fuhr das letzte Stück zum Taiaroa Head, dem Kap der Peninsuila. Hier befindet sich die Königsalbatross-Kolonie, die einzigste auf den Hauptinseln Neusselands. Jedoch hatte auch hier das Besucherzentrum alle Wege und Aussichtspunkte zur Kolonie abgesperrt. Da das Kap jedoch komplett in Wolken hing, weigerte ich mich eine geführte Tour zu buchen, konnte jedoch doch ein paar Albatrosse im Nebel fliegen sehen…

Mittlerweile war es schon sehr spät geworden (und ich musste noch den kompletten Weg zurück!), so entschied ich mich nicht mehr zu den Strand zu fahren, an dem man eventuell viele Pinguine sichtigen konnte. Ich wollte einfach nur noch heim!

Auf der Küstenstraße am Otago Harbour entlang nach Dunedin hatte ich nur noch zwei Dinge im Kopf: “Ich kaaaann nicht mehr! Ich mag ins Hostel!!” und “Sollte ich vielleicht doch den Bus nehmen oder hitchhiken?? Nein Bina, du packst das!”

Doch ich habe es geschafft! Nach 11 Stunden und über 70 Kilometern bin ich wieder heil an meinem Hostel angekommen. Was für ein Tag!

An den nächsten anderthalb Tagen habe ich die Zeit genutzt und noch etwas die Stadt erkundet. Ich besuchte die wunderschöne University of Otago, den Botanischen Garten, die Baldwin Street (nach dem Guiness Book of Records die steilste Straße der Welt!) und schaute mir stundenlang verschiedene Kurzfilme in einem Wohnwagen vom Fringe Festival mitten auf dem Zentrumsplatz an. Total interessant und teilweise echt verrückt… Moser und Lund wären begeistert gewesen! :D

Von Dunedin ging es anschließend in die südlichste und westlichste Stadt Neuseelands, nach Invercargill. Ich wurde zwar schon vorgewarnt, aber diese Stadt war echt nicht wirklich gemütlich und hat auch außer ein paar Gebäuden aus der Gründerzeit, dem Southland Museum mit der Art Gallery und dem Botanischen Garten nicht wirklich viel zu bieten. Dafür war das Hostel echt schön und ich hatte genug Zeit, um mich schon auf meinem nächsten Stopp im Fjordland zu freuen.

Doch das kommt im nächsten Eintrag…
(sorry, ich hänge etwas hinterher ;) )

2 thoughts on “Lebende Steine.

  1. Für solche Fälle hat man immer einen Wasserball in der Jackentasche.
    Wenn einen dann ein Seelöwe zu nahe kommt, einfach den Ball aufpusten und dem Seelöwe zuwerfen. Instinktiv kann er dann nicht anders, als den Ball auf der Nase zu balancieren und so kann man ganz gekonnt aus dem Gefahrenbereich entkommen.
    Bewährte Weltenbummler-Standard-Überlebens-Strategie ;-)
    Dir sonst noch weiterhin eine schöne Zeit!!

    • Ach verdammt, ich hätte deinen Kommentar vor meinem Walk lesen sollen! Die Seehunde dort hätten sich bestimmt gefreut. Hehe..
      Dann werde ich wohl mal wieder in mein geliebtes Warehouse müssen und vorsichtshalber einen kaufen. Vielen Dank für den Tipp!! :D

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