Pinguintown.

Von Christchurch ging es nun die Ostküste entlang Richtung Süden nach Oamaru.
In dieser Stadt scheint die Zeit stehengeblieben zu sein, was jedoch viele Künstler und Handwerker angelockt hat. Durch den vor Ort aufzufindenden Kalkstein, dem Handels- und Fischereihafen und als Zentrum für das landwirtschaftliche Hinterland wurde Oamaru in den 1880ern zu eine der schönsten und finanzstärksten Städte Australasiens und war etwa gleichgroß wie das damalige Los Angeles. Doch seit der Schließung des Hafens und dem Stillstand der Industrie hat sich hier nicht mehr viel getan. In der historischen Innenstadt fühlt man sich teilweise wie in einer anderen Zeit!

Erst als das Wildlife-Watching interessant wurde, zog es wieder viele Touristen in die Stadt. Direkt am Hafen Oamarus befindet sich eine Kolonie der Blauen Pinguine, die kleinsten Pinguine der Welt. Und sie sind soo knuffig!! Ich hätte am liebsten einen eingesteckt…

Jeden Abend nach Sonnenuntergang kommen sie aus dem Wasser und watscheln über den Strand zu ihren Nestern. Die meisten wohnen direkt hinter dem Strand in kleinen Häuschen, doch andere haben noch einen längeren Weg. Sie müssen noch über die Gleise und Straße zu den Gebäuden, wo sie in kleinen Löchern z.B. direkt neben dem Pinguin-Club wohnen.

Da man durch den Kamerablitz die Augen der Pinguine verletzen könnte, fährt jeden Abend sogar eine Pinguin-Security Schleife und passt auf, dass die Pinguine heil zu ihren Nestern kommen . Es ist schon witzig, wie so jeder, mit Taschenlampe und Kamera ausgestattet, den ganzen Abend am Hafen rumläuft und nach den kleinen Pinguinen sucht.

Südlich der Stadt befindet sich am Bushy Beach zudem eine Kolonie von Gelbaugenpinguinen. Da die Pinguine jedoch derzeit “maultime” haben, kommen sie nicht jeden Abend aus dem Wasser. So waren wir mega happy, als wir wenigstens zwei erspähen konnten. :)

Da an meinem letzten Tag hier nun auch der große Zyklon angekommen war und es schrecklich regnete und windete, entschied ich mich im Hostel zu bleiben und die nächsten Tage zu planen. Von Oamaru sollte es als nächstes in das schöne Dunedin gehen. Da ich auf dem Weg mir noch die berühmten Moeraki Boulders anschauen wollte, buchte ich meinen Bus bis in den nächsten Ort und brach so am nächsten Morgen wieder auf.

Der Busfahrer fragte mich, ob ich wirklich nach Moeraki oder einfach nur die Steine besuchen wollte. So freundlich von ihm! Als ich dies bestätigte, ließ er mich direkt in der Nähe des Strandes raus, sodass ich nicht den langen Weg mit meinem ganzen Gepäck laufen musste. Zudem rief er den anderen Busfahrer an, dass er mich doch bitte auch dort abholen soll. Ein Grund, warum ich dieses Land so liebe! Es sind alle so übernett hier, das ist unglaublich.

Da ich nun ca. sechs Stunden Zeit hatte, plante ich, einfach mal einen Strandtag zu machen. Doch ich ahnte nicht, dass mir das Wetter wieder einmal dazwischenfunken wollte. Nachdem ich wahrscheinlich mit jedem einzelnen Stein ein kleines Fotoshooting gemacht und die an mir vorbeilaufenden Touristen beobachtet habe, merkte ich, wie mir das Wasser doch immer näher kam und sogar die ersten Kugeln plötzlich nicht mehr am Strand sondern im Wasser lagen.
Es war Ebbe und die Flut kam… daran hab ich ja gar nicht gedacht! Nachdem es mir nun auch auf den höchsten Steinen doch zu unsicher wurde und das Meer den ganzen Strand für sich beanspruchte, ging ich zum Visitorcenter, um die restliche Stunden rumzubringen. Doch bald schloss auch dieses, die meisten Leute gingen heim und als Krönung des Ganzen fing es auch noch an zu nieseln! Na super.. so hatte ich mir meinen Strandtag nicht ganz vorgestellt. :D

Nachdem ich meiste Zeit herumbekommen habe, ging ich langsam zurück zur Straße und hockte mich in den Straßengraben, um auf den Bus zu warten. Ich musste sehr verlassen ausgesehen haben. Es waren bestimmt mind. drei Autos, die angehalten und gefragt haben, ob sie mir weiterhelfen können. :D

Doch es hat alles gut geklappt. Irgendwann kam dann doch mein Bus und brachte mich weiter Richtung Dunedin…

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