Geisterstadt.

Auch wenn ich den letzten schönen Wochen noch etwas hinterhertrauerte, freute ich mich doch darauf in Christchurch anzukommen und von dort aus endlich die Südinsel zu erkunden.

Als ich den Flughafen verließ wurde es schon etwas dunkel. Ich suchte die Bushaltestelle, um den nächsten Bus in die Stadt zu nehmen. Alles sah so leer und einsam aus. Auf einem Geländer hockte ein Typ, der anscheinend auch auf den Bus wartete. Mehr waren da nicht…
Auf der Karte wirkte das Hostel sehr zentral gelegen. „Da wird’s schon besser werden!“, dachte ich mir.

Doch als der Busfahrer mich rausließ, stand ich plötzlich im Nirgendwo. Ich lief an einer großen Wiese und verlassenen Häusern vorbei. Unheimliche Gestalten kamen mir entgegen. „Wo bin ich nur gelandet?!“
Da ich den ganzen Tag noch nicht viel gegessen hatte, hielt ich Ausschau, wo ich noch etwas Essbares herbekommen konnte. Plötzlich erspähte ich einen Subway. Meine Rettung! Ich lief schnell hin. Geschlossen. Na super…
Da mein Hostel gleich ein paar Meter weiter war, entschied ich mich, schnell einzuchecken, mich ins Bett zu legen und mich morgen wieder auf die Suche zu machen.

Doch das war gar nicht so einfach wie gedacht. Ich wusste ja, dass Christchurch immernoch mit den Auswirkungen des schweren Erdbebens 2011 zu kämpfen hat, aber das es so schlimm ist, damit hatte ich nicht gerechnet. Eine Baustelle an der nächsten. Das soll die zweitgrößte Stadt des Landes sein? Unvorstellbar. Ich wollte einfach nur noch weg hier!

Mit Kamera und GPS bepackt, machte ich mich am zweiten Tag auf, um der Stadt doch noch eine Chance zu geben und nebenbei ein paar Caches einzusammeln.

Doch sehr weit kam ich nicht. In einer Passage stand plötzlich eine der beiden Mädels neben mir, welche ich an meinem ersten Tag in NZ am Flughafen getroffen hatte. Was für ein Zufall! Da sie auch erst angekommen und auf der vergeblichen Suche nach dem “Zentrum” war, gingen wir zusammen weiter. Ich zeigte ihr Quake City, eine kleines Startup-Einkaufszentrum aus Containern. Hier findet man alle wichtigen Läden, welche man sonst vergeblich in der Stadt sucht. Sogar jede Bank hat ihren eigenen Container hier. Wir waren begeistert!
Je länger ich durch die Stadt stöberte, umso mehr interessante Orte konnte ich finden. Es ist doch sehr überraschend, wie kreativ und einfallsreich die Leute ihre Probleme hier meistern und versuchen die Stadt komplett neu aufzubauen!

Da ich noch mind. Zwei Tage warten musste, um endlich meinen neuen Laptop zu bekommen, überlegte ich, was ich außer jeden Abend mit meinen Hostelleuten Karten zu spielen und unsere Gefühle über die Stadt auszuwerten, noch unternehmen könnte. So saß ich plötzlich am nächsten Tag im Bus nach Akaroa.

Akaroa ist die französische Stadt Neuseelands. Sie liegt südöstlich von Christchurch auf der Banks-Halbinsel und ist bekannt für einen wunderschönen Hafen, historische Gebäude, gutes Essen und Aktivitäten wie Delfinschwimmen und Wildlife Watching. Da letzteres mir jedoch doch zu teuer war, entschied ich mich für eine kleine Wanderung entlang des Wassers und zu einem Aussichtspunkt, bevor es nach ein paar Stunden wieder zurück nach Christchurch ging. Ein echt schöner Tag!

Um das geniale Wetter am nächsten Morgen nochmals auszunutzen, nahm ich den Stadtbus zur Gondola, um den gigantischen Blick über die Stadt und den Alpen im Hintergrund zu genießen. Oben angekommen lief ich den Track zum Mt. Pleasant, was für eine geniale Aussicht!!

Ein Gedanke zu „Geisterstadt.

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