Cut and paint.

Da heute Feiertag ist und ich nun einige Stunden in den beiden Pools hier entspannen konnte, versuche ich jetzt endlich mal meinen Blog zu erweitern…

Seit über drei Wochen wohne ich nun schon in einem Working-Hostel in Kerikeri. Leider ist es hier doch alles etwas weitläufiger, als ich es mir vorgestellt hatte und die Strände sind einfach zu weit weg. Doch irgendwie ist das egal und ich fühle mich richtig wohl hier… Wir sind ca. 30-40 Leute, welche wie eine große WG zusammenleben. Da in Kerikeri, außer zum Farmersmarkt jeden Sonntag, nicht wirklich viel los ist, verbringen wir die meiste Zeit im Hostel am Pool, spielen ein Beer-Pong-Match nach dem nächsten oder hocken alle im TV-Room und nutzen Sky in vollen Zügen. Man ist hier nie alleine und wenn doch, dann braucht man nur ausversehen sein Geschirr stehen zu lassen und schon steht die Hostelmutti Faye neben einem: „Wash, dry and put away!“ Das werde ich echt vermissen… Wash, dry and put away… wash, dry and put away… wash, dry and put away… vermutlich träume ich schon davon!

Dies ist genauso wie mein zweiter Spruch, der mich hier in Kerikeri durchweg verfolgt: “Cut and paint!” Um erstmal ein bisschen Geld fürs Rumreisen zu sparen, arbeite ich jeden Tag 8 Stunden auf einer Kiwifarm und beschneide die ganzen Bäume und painte alle Stellen, die ich beschnitten habe. Unsere Supervisors glauben es mir nicht so richtig, aber ich habe echt mega viel Spaß dabei, einfach draußen zu arbeiten und einen Baum nach dem nächsten zu beschneiden. Man denkt dabei auch über soviel Mist nach, das ist echt unglaublich… Am coolsten ist, wenn wir einfach alle markierten Bäume ummachen müssen. Da könnte ich nur fast heulen, wenn ich Bäume fälle, die allein soviele Kiwis haben, dass man einen ganzen Supermarkt ausstatten könnte! Und dann liegen sie einfach vor mir auf dem Boden und warten bis der große Hechsler kommt und sie alle auffrisst… Es ist so krass, wie viele Kiwis einfach weggeworfen werden, weil der Baum vllt nicht schön genug war oder die Früchte an sich einfach zu klein oder zu hässlich sind. Mich wundert echt, dass es da überhaupt noch welche auf den Ladentisch schaffen… :(

Was ich auch überhaupt nicht mag, sind die männlichen Bäume. Boah wie ich sie hasse! :D Theoretisch ist das alles ja ganz einfach, aber wenn ich vor ihnen stehe und die neuen Triebe einfach gewachsen sind, wie sie wollen und einen eigenen schönen kleinen Dschungel gebildet haben, bin ich immer fast am verzweifeln… Herrje, ich freu mich schon auf morgen! Dann geht’s wieder an die „Males“…

Ansonsten, wenn ich nicht gerade auf Arbeit bin oder im Hostel rumlungere, hat Kerikeri auch ein paar schöne Stellen zu bieten, an denen man auch baden kann. Besonders toll sind die Regenbogen-Wasserfälle und Charlie’s Rock, eine kleine Klippe mitten in der Landschaft. Das Becken ist so tief, dass es noch keiner geschafft hat, einfach so auf den Grund zu tauchen. Das ist alles ganz schön, aber leider kann man nur ins Wasser, wenn man von der Klippe springt… aber das macht echt Fun! Meinen ersten Sprung von der höchsten Stelle hab ich natürlich auch gefilmt: https://www.facebook.com/photo.php?v=681864711853269&l=7365256152991151207 :D

Joah und sonst gab es heut ein wenig Trubel im Hostel. Letzte Woche sind morgens in der Hektik, wenn wir alle auf Arbeit müssen, zwei Sicherheitsleute aufgetaucht und haben das ganze Hostel begutachtet. Als wir dann abends ins Hostel kamen und gerade am Pool entspannen wollten, wurden wir plötzlich zusammengetrommelt. Tony, der Besitzer des Hostels, erzählte uns, dass die beiden Männer meinen, dass das Hostel bei einem Brand zu unsicher ist und nun so lange geschlossen wird, bis alles umgebaut ist. Da wir hier jedoch alle Arbeit haben und das andere Hostel auch fast ausgebucht ist, wollte Tony uns nicht einfach auf die Straße setzen und hat uns für nun eine Woche in sein Privathaus eingeladen und so das Hostel in der Zeit umgebaut werden kann. Es fehlt nur der Blick aufs Meer, ansonsten wäre es echt perfekt! Tony und seine Freundin Stefanie (eine ausgewanderte Deutsche ;) ) haben sich echt viel Mühe gegeben, dass es uns hier richtig gut geht und es uns an nichts fehlt: Pool, Whirlpool, Barbecue, einen riesen Rasen (auf dem ich gerade mit meinem Laptop chille), Freies W-LAN (welches sogar bis hierhin reicht!), eine große Küche (mit mehr Platz als im Hostel) und natürlich genug Räumen mit Betten für alle und einem kleinen Mietpreisnachlass… Und das Beste ist: eine Woche ohne unsere gute Fee!! Es tat so gut, den Teller mit den Orangenschalen kurz stehen zulassen und erst abzuspülen, als ich mit dem Entspannen im Whirlpool fertig war… Herrlich! ;)

Mein Fazit der letzten Wochen: Vergesse NIE alles sofort zu spülen, sofort abzutrocknen und SOFORT wegzuräumen! ;D

2 Gedanken zu „Cut and paint.

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