Endlich.

Nachdem ich nun vor drei Tagen meinen letzten Blogeintrag fertig geschrieben hatte, kam sofort die Sonne raus und ich machte mich auf, um die Stadt zu erkunden. Ich wollte unbedingt das Wasser sehen und lief die Queen Street runter Richtung Hafen. Ich setzte mich ans Ufer und es war einfach nur unbeschreiblich! Ich weiß nicht, wie lange ich da saß und einfach die Schiffe beobachtet und einige Fotos gemacht habe. Genau deswegen bin ich hier! Keine tickende Uhr, keine drängelnden Projekte,… Es interessierte einfach niemanden, wie lange ich noch dort sitzen wollte. Der Pazifikwind wehte in mein Gesicht und das einzige, was ich dachte, war: „Wie soll ich heut Abend bitte nur meine Haare entfitzen?!“

Am nächsten Morgen war die Orientierungsveranstaltung meiner Partnerorganisation und wieder waren 90% aller Teilnehmer Deutsche. Jedoch kannten die meisten sich schon durch den Flug und der Organisation, sodass ich mich wieder etwas komisch fühlte ganz allein gekommen zu sein.

Nachdem die dreistündige Powerpoint-Präsentation vorbei war, schloss ich mich an eine Gruppe aus ca. 5 Mädels an, um noch ein paar Besorgungen zu machen. So hab ich nun endlich auch eine Neuseeländische Handynummer. Also wer sie haben möchte, sagt einfach Bescheid! ;-)

Nachdem wir noch zusammen das typische Backpacker-Essen Spaghetti mit etwas Tomatensoße gekauft haben, wollten alle in ihr Hostel und sich ausruhen. Das kann ich auch daheim! Also beschlossen Vanessa und ich, dass wir doch lieber noch etwas die Stadt erkunden wollen. Wir holten unsere Kameras aus dem Hostel und machten uns auf zum Mount Eden, ein kleiner Berg in Auckland von dem man eine wundervolle Aussicht über die ganze Stadt haben sollte.
Nach über eine Stunde Fußmarsch durch Gassen und Parks, haben wir es schließlich doch geschafft und es war einfach überwältigend! Der grüne Hügel, sah endlich so aus, wie wir uns Neuseeland vorgestellt haben und auch die Aussicht war einfach der Wahnsinn! Wir schossen Unmengen an Fotos und genossen die geniale Aussicht bis die Sonne langsam unterging und den Himmel und die Stadt in ein wunderschönes Rot färbte. Neben uns hockte allein ein Typ, welcher sich plötzlich zu uns drehte: „Ach ihr seid auch aus Deutschland!“. Er erzählte uns, dass er nun schon seit über sieben Monaten hier in Neuseeland lebt und nun von einem Bekannten zum nächsten reist. Nachdem er von mir hörte, dass ich Mediendesign studiert habe, erzählte er mir, dass er in Deutschland auch eine Ausbildung zum Mediengestalter gemacht hat und bisher seinen ganzen Aufenthalt hier als Freelancer finanziert hat. Er meinte, dass man hier länger braucht, sich einen coolen Namen auszudenken, als den Papierkram zu erledigen. Die Neuseeländer scheinen da wirklich entspannt zu sein. ;-)

Nach meiner letzten Nacht im Hostel, war es nun an der Zeit auszuchecken und mich drum zu kümmern, wie ich nun meine neuseeländische Familie finde. Da ich mein Englisch doch noch nicht so dolle finde, bereitete ich einen kleinen Zettel vor, was ich am Telefon sagen und fragen könnte und suchte die Busroute raus. Das Telefonieren mit der Mutti war dann doch total entspannt und sie meinte, dass ich doch lieber schnell kommen soll, da sie auf eine Party gehen und mich mitnehmen wollen. Also packte ich meinen Kram und hockte mich in den Bus. Leider fuhr er doch anders als ich es mir vorgestellt hatte. Ich fragte den Busfahrer, ob ich richtig wäre und er mir vllt sagen könnte, wann ich aussteigen soll. Die zwei Männer gegenüber von mir merkten anscheinend, dass ich nicht wirklich wusste, wo ich hinmuss. Sie schauten mit auf meine Karte und erklärten wo wir hinfuhren und wann ich nun aussteigen musste. Unfassbar, wie nett die Leute hier alle sind!!

Bei dem Haus meiner Familie angekommen, wurde ich sofort von meinen neuen Bruder Anand und der Mutter Vanita empfangen. Es war alles total hektisch und so stressig. Kareshma, meine neue Schwester, und ihr Freund hatten nicht einmal Zeit mir Hallo zu sagen und waren dann auch bald verschwunden. Vanita erzählte mir, dass wir uns beeilen müssen, da die Party bald anfing und ich doch schauen soll, ob ich was Schickes zum Anziehen dabeihabe. Hatte ich aber nicht! Also ging Vanita in ihr Zimmer und holte mehrere Kleider und Schmuck. Nun konnte es losgehen.

Wir fuhren mit Anand in die Stadt und dort angekommen, begriff ich nun auch endlich, was es für eine Party war – die Verlobungsfeier von Kareshma! Es war die komplette Familie da und ich wurde allen vorgestellt. Ich glaub, ich habe noch nie so viel Englisch mit so vielen Leuten gesprochen! Immer wieder kam jemand auf mich zu, ob ich der neue Homestay von Vanita wäre, wo ich herkomme, wie lange ich bleibe und was meine Pläne wären. Man glaubt es nicht, aber ich erzählte und erzählte, und das alles auf Englisch! Nachdem ich auch meinte, dass ich ab Montag in eine Schule gehe, um mein Englisch zu verbessern, sagte jeder, dass ich das doch gar nicht bräuchte und es voll gut wäre! Da war ich jedes Mal baff. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet! :D

Wieder Zuhause machte Vanita für uns Essen und wir hockten uns zusammen aufs Sofa und schauten Monster House. Später kamen dann auch Kareshma und ihr Verlobter heim und nun war großes Geschenke-Auspacken angesagt. Das war nochmal richtig lustig!

Irgendwann schliefen wir alle fast auf dem Sofa ein, sodass ich mich verabschiedete und ins Bett verschwand. Was für ein Tag!

 

(Sry, der Text ist schon ein paar Tage alt. Die restlichen Bilder und weiteren Einträge folgen bald! Meine Familie ist leider immernoch dabei den WLAN-Schlüssel zu suchen… -.- )

5 Gedanken zu „Endlich.

  1. Martin

    Hallo Sabrina. Liebe Grüße vom ganzen Team, wir lesen fleißig mit. Naja, solange uns die tickenden Uhren und drängelnden Projekte nicht davon abhalten ;) Hab ganz viel Spaß da unten und komm gesund und munter wieder.

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