Illusionen?

Da das Wetter in den nächsten Tagen nicht so prickelnd werden sollte, blieb ich doch einige Tage länger als geplant in Christchurch und nutzte die Gelegenheit, um nochmal an den Strand zu fahren und den Pazifik zu sehen (vllt. wird es das letzte Mal gewesen sein!).

Nachdem mir dann noch fast meine kompletten Sachen geklaut wurden, saß ich wieder morgens im Bus zurück nach Tekapo.

Lake Tekapo ist der Größte der drei Gletcherseen. Umgeben von der atemberaubenden Skyline der Southern Alps wird er von der Sonne und dem feinen Felsstaub in ein knalliges milchiges Türkis gefärbt. Wunderschön!
Am See findet man die kleine Church of the Good Shepherd, in der von dem Altarfenster ein perfektes Bild des Mount Cook eingerahmt wird. Nun ist mir klar, warum sie als die meistfotografierte Kirche Neuseelands gilt. ;-)

Um die spekakulären Farben des Sees noch weiter zu erkunden, lief ich den Tekapo Walkway entlang bis auf den Gipfel des Mount Johns. Von dort hatte man einen wundervollen 360°-Rundblick über das Mackenzie-Becken.

Von Tekapo fuhr ich mit dem Bus nach Wanaka. Dieses kleines Städtchen am Lake Wanaka kann man landschaftlich ganz gut mit der Nachbarstadt Queenstown vergleichen, jedoch mit nicht soviel Tourismus!! ;-)

Neben wieder einigen Spaziergängen am Ufer entlang, besuchte ich mit Freunden aus dem Hostel das Puzzling World, eine Art Museum mit verschiedenen Illusionsräumen und einem zweistöckigen Labyrinth. Was für ein Spaß!

Roadtrip.

Irgendwie fühlte es sich komisch an, als ich mich am morgen mit meinem ganzen Gepäck auf den Weg machte und den Bus zum Queenstowner Flughafen nahm. Natürlich wollte ich nicht davonfliegen, sondern ein Auto abholen, welches ich auf transfercar.co.nz gebucht hatte.

Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartet. Alles was ich wusste war, dass es ein kleines Auto mit 5 Sitzen sein sollte, welches ich innerhalb von 2 Tagen von Queenstown nach Christchurch fahren sollte. Kompletter Tank und die volle Versicherung sind dabei… und die Krönung: das ganze für 1$!

Am Flughafen angekommen, erspähte ich sofort die vielen kleinen Mietautos. Freude kam auf: “Juhu, eins davon gehört gleich mir!”
Ich ging zum Schalter der Autovermietung, klärte alle formellen Dinge und kurze Zeit später hatte ich schon den Schlüssel in der Hand. Die gute Dame meinte, dass mein Auto rot wäre und ich es eigentlich nicht übersehen könnte. Ganz gespannt lief ich zum Parkplatz und traute meinen Augen nicht. Der Parkplatz war voll mit all den kleinen Mietautos, wie ich es mir vorgestellt hatte, doch was war das? Mittendrin stand ein etwas größeres rotes Auto, welche alle anderen Autos komplett überstrahlte.. Das kann nicht sein!
Etwas zögerlich nahm ich meinen Autoschlüssel und wurde sofort von einem freudigen Blinken begrüßt. Ich war begeistert! Das ist also mein Freund für die nächsten 2,5 Tage…

Nachdem ich mein ganzes Gepäck in den Kofferraum geladen hatte, nahm ich auf den Fahrersitz platz. Ich muss zugeben, ich war doch froh, eine komplette Versicherung dabeizuhaben. Im Vergleich zu unserem guten Campervan, fühlte ich mich wie in einem Luxusauto. Touchscreen, die Musik wird sofort von meinem iPhone automatisch abgespielt,… Das Auto glänzte und roch so neu, ich hatte anfangs doch schon etwas schiss, es in Bewegung zu setzen. :D

Natürlich hatte ich das Auto nicht einfach so gebucht. Mein Plan war, zum Aoracki (bzw. Mount Cook), der mit 3724 Metern der höchste Berg Neuseelands ist, zu fahren. Fred meinte, dass die Straße dahin eine der schönsten sein soll. Da kann ich mich doch nicht in den Bus setzen!
Da ich den kompletten Weg eh danach wieder zurückmusste, entschied ich, dafür dann wieder den Bus zu nehmen.

Von Queenstown fuhr ich als erstes Richtung Arrowtown, eine kleine ehemalige Goldgräberstadt. Auf dem Weg sammelte ich zwei Hitchhiker aus England auf. Schade, dass ich ihre Blicke nicht fotografiert habe, als sie in mein Auto einstiegen. “Jetzt mal ehrlich! Du bist auch Backpacker und hast so ein krasses Auto.. Wie geht das??” Da musste ich nur lachen. “Transfercar Leute!” Als ich ihnen dann noch erzählte, dass ich für alles insgesamt nur einen Dollar bezahle, waren sie komplett baff. :D
Da sie nach Wanaka wollten, ließ ich sie an der Kreuzung vor Wanaka raus und machte einen Stop in Arrowtown. Als ich mir die Chinesensiedlung und die “Stadt” angeschaut hatte, stand plötzlich Fred vor mir. Ich hatte schon befürchtet, dass wir uns nicht wiedersehen und verabschieden können. Ganz stolz zeigte ich ihm mein Auto und er meinte, dass ich doch ja die Scenic Alpin Route nach Wanaka nehmen soll und nicht den Highway, welchen alle fahren.

Und er hatte so recht! Dieser Highway soll einer der höchsten Neuseelands sein und die Aussicht war einfach gigantisch! Ich konnte es mir nicht verkneifen, an jeder Bucht anzuhalten und ein Foto nach dem nächsten zu knipsen.

Von Wanaka fuhr ich über Lindis Pass zum Lake Pukaki und dort immer am Wasser entlang zum Mount Cook Village.

Nachdem ich mit mein Schlaflager hergerichtet und die Übernachtungsgebühren gezahlt hatte, machte ich mir noch schnell etwas zu essen, bevor es dunkel wurde und ich kein Licht mehr hatte. Als ich gerade fertig mit meinem Toast war, färbte sich der Gipfel plötzlich in ein wunderschönes Rot. Schnell schnappte ich mir meine Kamera und lief zu den Aussichtspunkt. Leider kam ich etwas zu spät und auch wenn ich davon mal nicht so viele Fotos habe, war es doch wunderschön! Da es dunkel und richtig richtig kalt wurde, schlummerte ich mich in meinen Schlafsack und freute mich schon auf den nächsten Tag.

Jedoch wurde es noch viel kälter als gedacht. Ich wachte immerwieder erneut auf und zog mir eine Schicht nach der nächsten an. Über mir war ein atemberaubender Sternenhimmel. Orion (oder auch Pudel) leuchtete auf mich herab und die Milchstraße ziehte sich über den ganzen Himmel. Mittlerweile ärgere ich mich doch ein wenig, dass ich so eine Frostbeule war und mich nicht aus dem Auto getraut habe, um dies in einigen Fotos oder Filmen festzuhalten…

Nach dem Sonnenaufgang und Frühstück machte ich mich auf den Weg zum Hooker Valley. Über drei große Hängebrücken lief ich bis zum Hooker-Gletscher. Leider war außer eine graue Masse, ein paar Eisklumpen und einem See, nicht mehr viel davon zu sehen.

Bevor es die Straße zurückging, machte ich noch schnell einem Stop bei einen weiteren Aussichtspunkt auf die Blue Lakes (die grün sind :D ) und dem Tasman-Gletcher. Es war schon irgendwie traurig, wenn man auf den großen Tasman-See blickt und am Rand das Eis vergeblich sucht. Und das soll der größte der Gruppe von Gletschern sein… Auf einer Tafel konnte man sehen, wie schnell das Eis in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Bis zu 820 Metern pro Jahr, unglaublich.

Da ich noch einen weiten Weg vor mir hatte und am nächsten morgen in Christchurch sein sollte, fuhr ich schnell weiter nach Tekapo. Da die Zeit immer knapper wurde und ich eh zurückkommen wollte, entschied ich mich gegen einen Stop und nahm die Inland Scenic Route nach Christchurch. Krass, wie schnell sich die Landschaft wieder änderte. Es dauerte nicht lange, bis alle Berge und Seen verschwunden waren und ich durch die unzähligen Plantagen fuhr.

Es wurde dunkel und auch mein Körper meinte so langsam, dass er nicht mehr weiterfahren möchte. Ich fuhr auf einen Campingplatz am Rakaia River und richtete wieder mein Schlafplatz ein. Um nicht wieder zu erfrieren, zog ich mir gleich alle Schichten von letzter Nacht an… und hätte fast verschlafen! :D

Um 9 musste ich am Flughafen sein, ca. 1,5 Stunden habe ich nach dem Navi noch vor mir. Ich schaute auf die Uhr als ich losfuhr. Kurz vor 8. Verdammt!
Mit der Hoffnung, dass um diese Zeit noch keine Polizei unterwegs ist, trat ich das rechte Pedal etwas stärker durch, düste nach Christchurch und erreichte den Flughafen pünktlich kurz vor 9. Perfekt!

Als ich meine Sachen packte, kam schon der Herr von der Autovermietung: “Oh Sie bringen das Auto zurück? Lassen Sie einfach den Schlüssel in der Tür liegen. Vielen Dank!” Ahja. :D

Beim Packen stellte ich fest, dass das schöne glänzende Auto sich zu einem Haufen aus Dreck verwandelt hat. Ups! Das war mir in der Hektik gar nicht aufgefallen. ^^
Erschöpft von dieser wunderbaren Tour lief ich zur Haltestelle und nahm den Bus in die Stadt, wo ich mir für die nächste Nacht ein Hostel gebucht hatte, bevor es den ganzen Weg per Bus zurückging.

 

PS: Mittlerweile ist es schon fast Winter in Neuseeland. Die Südinsel ist verschneit und da ich manchmal immernoch ganz verwundert angeschrieben werde: Ich bin mittlerweile nur noch 10 Stunden von Deutschland entfernt! Ihr hattet eure Uhren umgestellt und wir mittlerweile auch auf die Winterzeit. Also nix mehr mit dem einfachen Rechnen mit 12 Stunden! ;-)

3.. 2.. 1.. Bungy!

Nachdem ich die letzten Wochen mehr mit Arbeit suchen – Arbeit gefunden – Arbeit verlassen – Arbeit suchen – Arbeit gefunden beschäftigt war, wird es nun doch endlich mal wieder Zeit für einen Blogeintrag…

Queenstown! Die Backpacker-Stadt der Südinsel.
Jeder der nach Neuseeland kommt, zieht es früher oder später in dieses wunderbare Städtchen. Da ich innerhalb der letzten Monate festgestellt habe, dass es in den kleinsten Hostels doch am schönsten ist, verschlug es mich in The Last Resort. Mitten in der Stadt gelegen, gelangt man durch ein kleines Gartentor und über einer kleinen schmalen Brücke zum Hostel.
Mit nur 18 Betten war es sogar noch kleiner, als ich erwartet hatte. So dauerte es nicht lange, bis man alle Leute im Hostel kannte. In meinem Zimmer lernte ich Fred aus Frankreich kennen. Wir stellten fest, dass sich unsere Reisepläne sehr ähnelten. So war es kein Wunder, dass wir uns in den folgenden Wochen noch öfters zufällig wieder getroffen haben. ;)

Die ersten Tage in Queenstown verbrachte ich wieder mit Erkundungen der Stadt, ich aß den berühmten großen Fergburger (und er war verdammt lecker!), wanderte auf dem Tiki Trail bis zur Gondel-Bergstation und sammelte ein paar Caches im Botanischen Garten.

Wenn man durch die Stadt schlendert, erkennt man sofort, dass man sich im Zentrum für Extremsportler befindet. Wandern, Mountainbiken, zahlreiche Wasseraktivitäten, Skifahren, Bungeespringen, Dampfer und Jetboot fahren, Skydiven, Para- und Hanggliding, Gondel und Sommerrodelbahn fahren… es gibt nichts, was man in Queenstown vermissen würde! Man fühlt sich schon fast gezwungen, sein komplettes Geld da zulassen. Schrecklich, für mich einfach zu viel Tourismus!

Doch bevor ich schnell wieder die Stadt verlassen konnte, musste ich noch einen Punkt von meiner Was-ich-unbedingt-in-Neuseeland-machen-möchte-Liste abarbeiten. Wie Fred, bin ich eigentlich nur nach Queenstown gekommen, um den weltweit ersten offiziellen Bungy zu springen. Um nicht allein zu sein, buchten wir diesen also zusammen und saßen noch am selben Tag im Bus zur Kawarau Bridge. Das war alles so aufregend. Oh mein Gott! Keine Plan warum, aber ich war vor den 43 Metern definitiv viel aufgeregter als vor dem 5km-Skydive. Der Moment, wenn man mit zusammengebundenen Füßen am Abgrund steht, in die Schlucht schaut und gedrängt wird, doch noch ein Stück weiter nach vorn zu hüpfen, ist einfach unbeschreiblich! Nochmal in die Kameras lächeln, dann ist es soweit: “Three Two One Bungy!” Waaaaah, ich muss es unbedingt nochmal machen! Schon allein, weil ich zu leicht war und das Wasser nicht berühren konnte. Das hat mich im Nachhinein schon etwas geärgert..

Hier der Link zum Video: http://www.youtube.com/watch?v=gygpkH06qy4&feature=share&list=UUnG9wYCen1iMsksZ6q8EaMA

Am nächsten Tag nahm ich den Bus zum Flughafen. Nein, nicht zum Fliegen, eher um etwas abzuholen.. doch das kommt im nächsten Eintrag. ;-)

(der hoffentlich auch bald folgt ^^)

Sorry, wenn ich mich nicht so oft melde. Die Zeit vergeht hier wie im Flug, das ist echt unglaublich. Nur noch ein paar Wochen und dann komme ich schon wieder heim… Unfassbar!

Das achte Weltwunder.

Von Invercargill nahm ich den Bus nach Te Anau. Schon die Fahrt dorthin war atemberaubend! Es ist so unglaublich, wie schnell sich die Landschaft hier innerhalb von ein paar Minuten verändert – von weiten Graslandschaften über grüne Hügel bis hin zu riesigen schroffen Bergen.

Te Anau ist ein kleines Städtchen am Rande des Fjordlandes, direkt am Ufer des Lake Te Anau. Ich entschied mich, den hier startenden Kepler-Track, eine Wanderung über die Berge von 2-4 Tagen, gehen zu wollen. Da die Hütten jedoch schon leider sehr ausgebucht waren, das Wetter für die kommenden Tage auch eher schlechter werden sollte und meine Ausrüstung für diesen Great Walk nicht wirklich die Beste ist, verschob ich diesen jedoch erst einmal und nutzte die Tage für Wanderungen entlang des Sees und zum Wildlife Center.

Wenn man im Fjordland ist, ist es schon Pflicht eine Tour in einen der beiden großen Fjorde Milford Sound oder Doubtful Sound zu machen. So saß ich an meinem zweiten Tag in Te Anau wiedermal im Bus, zum Milford Sound, welcher (von den Neuseeländern) auch gern als das achte Weltwunder bezeichnet wird…

Schon allein der Weg dahin war gigantisch! Knapp zwei Stunden fuhren wir vorbei an den Mirror Lakes, durch das Eglinton Valley, über Brücken und durch Tunnel bis zum Milford Village. Dort ging es schießlich für zwei Stunden auf ein kleines Boot. Vorbei an einem der beliebtesten Fotomotive Neuseelands, dem pyramidenförmigen Mitre Peak, fuhren wir immer an der Steilklippe entlang bis raus in die Tasmansee. An der anderen Seite zurück machten wir noch einen Stop unter einem riesigen Wasserfall. Wir wurden so nass!! Herrlich, wie schnell plötzlich alle ganz freiwillig reingerannt sind. :D

Die Natur war echt beeindruckend und ich bereue echt keinen Cent diese Tour gemacht zu haben, dennoch steht sie wie der Kepler-Track schon auf meiner Liste “Was-ich-unbedingt-machen-muss-wenn-ich-irgendwann-wieder-zurückkomme”. Es soll noch überwältigender und spektaktulärer sein, wenn man nicht das beste Wetter hat und überall Wasserfälle zu sehen sind. Das war bei uns leider nicht so, aber auch die Tourguides meinten, dass dies echt krass wäre, da dies die regenreichste Region Neuseelands ist und es an über 200 Tagen im Jahr schüttet. Als ich dort war, gab es schon seit mind. acht Tagen keinen Regen mehr! Das war sogar für sie ganz neu. ;)

In meinem Zimmer in Te Anau habe ich Nina kennengelernt. Da sie ein Auto besitzt und in die gleiche Richtung wollte, fuhren wir nach meiner Rückkehr gemeinsam weiter in die Adrenalin- und Partystadt Queenstown, wo ich nun erstmal die nächsten Tage verbringen wollte…

PS: Mittlerweile befinde ich mich schon auf dem Weg zu meiner vorerst letzten Station hier in NZ, nach Wellington. Vielleicht schaffe ich es ja dort, bis zu meinem Rückflug meinen Blog auf den aktuellen Stand zu bringen.. :D

Lebende Steine.

Nachdem ich den ersten Tag in Dunedin etwas ruhig angegangen bin, stand ich am nächsten Tag schon 8 Uhr morgens vor dem Hostel. Ich hatte ein Mountainbike bestellt.

In meinem Reiseführer hatte ich von einer Radtour über die Otago-Halbinsel gelesen, welche zu den Top10 der Tages-Fahrradtouren der Welt zählen sollte. “Klingt genial, das muss ich machen!”, dachte ich mir.
Dank dem Verleiher habe ich die Route jedoch anders herum als geplant genommen. Zuerst ging es durch die Stadt Richtung Süden zum St. Kilda Beach und Tomahawk Lagoon bzw. Tomahawk Beach, bevor ich mich auf den steilen Weg hinauf auf die Berge machte.

Nachdem ich die Wolkenkette durchquert hatte, tat sich ein umwerfender Blick auf den Otago Harbour auf. Ich fuhr weiter zum Larnach Castle, die einzigste Burg in ganz Neuseeland, mitten auf der Otago-Halbinsel. Dort angekommen, wurde ich erstmal wieder abgeknöpft, nur damit ich es von außen sehen und ein Foto machen konnte. Egal… jetzt war ich einmal hier!


Von dort aus ging es erstmal schön entspannt bergab zum Hoopers Inlet. Ab jetzt ist es fast nur noch flach, das sollte einfacher zu fahren sein! Doch ich hatte nicht mit dem starken Gegenwind gerechnet…

Ich strampelte fleißig weiter zu Allans Beach, wo ich mir erhoffte, endlich Seelöwen sehen zu können. Der Strand war einfach unbeschreiblich! So groß mit wunderschönem weißen Sand und total verlassen. Ich ging am Strand entlang richtung den Felsen. Ich habe gelesen, dass sich die Seelöwen meistens da aufhalten, aber es war einfach keiner zu sehen. Schon etwas enttäuscht ging ich dennoch weiter, bis ich plötzlich fast über einen großen lebenden Stein gestolpert wäre… ein schlafender Seelöwe, ups! :D

Total happy und etwas ängstlich zugleich sprang ich auf den Felsen nebenan und begann ein Foto nach dem nächsten zu knipsen, bis ich plötzlich von etwas brüllendem unterbrochen wurde: An der Felswand hielten sich noch zwei Seehunde auf, welche anscheinend eine paar Auseinandersetzungen hatten. ^^
Es war echt unglaublich, so ganz allein zwischen Seelöwe und Seehunden am Strand zu sitzen. Leider hatte ich noch eine lange Tour vor mir, sodass ich mich wieder auf den Rückweg machte. Während ich noch schnell einige Fotos vom Strand knippste, wurde ich plötzlich aus dem Meer heraus angebrüllt. Ich hatte nich mitbekommen, wie ein Seehund mich beobachtete und wartete, bis ich endlich fertig war und er aus dem Wasser kommen konnte. Herrlich! :D

Ich ging zurück zu meinem Fahrrad und fuhr weiter zum Papanui Inlet und über die Bergkette auf die flache Seite zum Ortago Harbour.
Ich nahm meine ganze letzte Kraft zusammen und fuhr das letzte Stück zum Taiaroa Head, dem Kap der Peninsuila. Hier befindet sich die Königsalbatross-Kolonie, die einzigste auf den Hauptinseln Neusselands. Jedoch hatte auch hier das Besucherzentrum alle Wege und Aussichtspunkte zur Kolonie abgesperrt. Da das Kap jedoch komplett in Wolken hing, weigerte ich mich eine geführte Tour zu buchen, konnte jedoch doch ein paar Albatrosse im Nebel fliegen sehen…

Mittlerweile war es schon sehr spät geworden (und ich musste noch den kompletten Weg zurück!), so entschied ich mich nicht mehr zu den Strand zu fahren, an dem man eventuell viele Pinguine sichtigen konnte. Ich wollte einfach nur noch heim!

Auf der Küstenstraße am Otago Harbour entlang nach Dunedin hatte ich nur noch zwei Dinge im Kopf: “Ich kaaaann nicht mehr! Ich mag ins Hostel!!” und “Sollte ich vielleicht doch den Bus nehmen oder hitchhiken?? Nein Bina, du packst das!”

Doch ich habe es geschafft! Nach 11 Stunden und über 70 Kilometern bin ich wieder heil an meinem Hostel angekommen. Was für ein Tag!

An den nächsten anderthalb Tagen habe ich die Zeit genutzt und noch etwas die Stadt erkundet. Ich besuchte die wunderschöne University of Otago, den Botanischen Garten, die Baldwin Street (nach dem Guiness Book of Records die steilste Straße der Welt!) und schaute mir stundenlang verschiedene Kurzfilme in einem Wohnwagen vom Fringe Festival mitten auf dem Zentrumsplatz an. Total interessant und teilweise echt verrückt… Moser und Lund wären begeistert gewesen! :D

Von Dunedin ging es anschließend in die südlichste und westlichste Stadt Neuseelands, nach Invercargill. Ich wurde zwar schon vorgewarnt, aber diese Stadt war echt nicht wirklich gemütlich und hat auch außer ein paar Gebäuden aus der Gründerzeit, dem Southland Museum mit der Art Gallery und dem Botanischen Garten nicht wirklich viel zu bieten. Dafür war das Hostel echt schön und ich hatte genug Zeit, um mich schon auf meinem nächsten Stopp im Fjordland zu freuen.

Doch das kommt im nächsten Eintrag…
(sorry, ich hänge etwas hinterher ;) )

Pinguintown.

Von Christchurch ging es nun die Ostküste entlang Richtung Süden nach Oamaru.
In dieser Stadt scheint die Zeit stehengeblieben zu sein, was jedoch viele Künstler und Handwerker angelockt hat. Durch den vor Ort aufzufindenden Kalkstein, dem Handels- und Fischereihafen und als Zentrum für das landwirtschaftliche Hinterland wurde Oamaru in den 1880ern zu eine der schönsten und finanzstärksten Städte Australasiens und war etwa gleichgroß wie das damalige Los Angeles. Doch seit der Schließung des Hafens und dem Stillstand der Industrie hat sich hier nicht mehr viel getan. In der historischen Innenstadt fühlt man sich teilweise wie in einer anderen Zeit!

Erst als das Wildlife-Watching interessant wurde, zog es wieder viele Touristen in die Stadt. Direkt am Hafen Oamarus befindet sich eine Kolonie der Blauen Pinguine, die kleinsten Pinguine der Welt. Und sie sind soo knuffig!! Ich hätte am liebsten einen eingesteckt…

Jeden Abend nach Sonnenuntergang kommen sie aus dem Wasser und watscheln über den Strand zu ihren Nestern. Die meisten wohnen direkt hinter dem Strand in kleinen Häuschen, doch andere haben noch einen längeren Weg. Sie müssen noch über die Gleise und Straße zu den Gebäuden, wo sie in kleinen Löchern z.B. direkt neben dem Pinguin-Club wohnen.

Da man durch den Kamerablitz die Augen der Pinguine verletzen könnte, fährt jeden Abend sogar eine Pinguin-Security Schleife und passt auf, dass die Pinguine heil zu ihren Nestern kommen . Es ist schon witzig, wie so jeder, mit Taschenlampe und Kamera ausgestattet, den ganzen Abend am Hafen rumläuft und nach den kleinen Pinguinen sucht.

Südlich der Stadt befindet sich am Bushy Beach zudem eine Kolonie von Gelbaugenpinguinen. Da die Pinguine jedoch derzeit “maultime” haben, kommen sie nicht jeden Abend aus dem Wasser. So waren wir mega happy, als wir wenigstens zwei erspähen konnten. :)

Da an meinem letzten Tag hier nun auch der große Zyklon angekommen war und es schrecklich regnete und windete, entschied ich mich im Hostel zu bleiben und die nächsten Tage zu planen. Von Oamaru sollte es als nächstes in das schöne Dunedin gehen. Da ich auf dem Weg mir noch die berühmten Moeraki Boulders anschauen wollte, buchte ich meinen Bus bis in den nächsten Ort und brach so am nächsten Morgen wieder auf.

Der Busfahrer fragte mich, ob ich wirklich nach Moeraki oder einfach nur die Steine besuchen wollte. So freundlich von ihm! Als ich dies bestätigte, ließ er mich direkt in der Nähe des Strandes raus, sodass ich nicht den langen Weg mit meinem ganzen Gepäck laufen musste. Zudem rief er den anderen Busfahrer an, dass er mich doch bitte auch dort abholen soll. Ein Grund, warum ich dieses Land so liebe! Es sind alle so übernett hier, das ist unglaublich.

Da ich nun ca. sechs Stunden Zeit hatte, plante ich, einfach mal einen Strandtag zu machen. Doch ich ahnte nicht, dass mir das Wetter wieder einmal dazwischenfunken wollte. Nachdem ich wahrscheinlich mit jedem einzelnen Stein ein kleines Fotoshooting gemacht und die an mir vorbeilaufenden Touristen beobachtet habe, merkte ich, wie mir das Wasser doch immer näher kam und sogar die ersten Kugeln plötzlich nicht mehr am Strand sondern im Wasser lagen.
Es war Ebbe und die Flut kam… daran hab ich ja gar nicht gedacht! Nachdem es mir nun auch auf den höchsten Steinen doch zu unsicher wurde und das Meer den ganzen Strand für sich beanspruchte, ging ich zum Visitorcenter, um die restliche Stunden rumzubringen. Doch bald schloss auch dieses, die meisten Leute gingen heim und als Krönung des Ganzen fing es auch noch an zu nieseln! Na super.. so hatte ich mir meinen Strandtag nicht ganz vorgestellt. :D

Nachdem ich meiste Zeit herumbekommen habe, ging ich langsam zurück zur Straße und hockte mich in den Straßengraben, um auf den Bus zu warten. Ich musste sehr verlassen ausgesehen haben. Es waren bestimmt mind. drei Autos, die angehalten und gefragt haben, ob sie mir weiterhelfen können. :D

Doch es hat alles gut geklappt. Irgendwann kam dann doch mein Bus und brachte mich weiter Richtung Dunedin…

Geisterstadt.

Auch wenn ich den letzten schönen Wochen noch etwas hinterhertrauerte, freute ich mich doch darauf in Christchurch anzukommen und von dort aus endlich die Südinsel zu erkunden.

Als ich den Flughafen verließ wurde es schon etwas dunkel. Ich suchte die Bushaltestelle, um den nächsten Bus in die Stadt zu nehmen. Alles sah so leer und einsam aus. Auf einem Geländer hockte ein Typ, der anscheinend auch auf den Bus wartete. Mehr waren da nicht…
Auf der Karte wirkte das Hostel sehr zentral gelegen. „Da wird’s schon besser werden!“, dachte ich mir.

Doch als der Busfahrer mich rausließ, stand ich plötzlich im Nirgendwo. Ich lief an einer großen Wiese und verlassenen Häusern vorbei. Unheimliche Gestalten kamen mir entgegen. „Wo bin ich nur gelandet?!“
Da ich den ganzen Tag noch nicht viel gegessen hatte, hielt ich Ausschau, wo ich noch etwas Essbares herbekommen konnte. Plötzlich erspähte ich einen Subway. Meine Rettung! Ich lief schnell hin. Geschlossen. Na super…
Da mein Hostel gleich ein paar Meter weiter war, entschied ich mich, schnell einzuchecken, mich ins Bett zu legen und mich morgen wieder auf die Suche zu machen.

Doch das war gar nicht so einfach wie gedacht. Ich wusste ja, dass Christchurch immernoch mit den Auswirkungen des schweren Erdbebens 2011 zu kämpfen hat, aber das es so schlimm ist, damit hatte ich nicht gerechnet. Eine Baustelle an der nächsten. Das soll die zweitgrößte Stadt des Landes sein? Unvorstellbar. Ich wollte einfach nur noch weg hier!

Mit Kamera und GPS bepackt, machte ich mich am zweiten Tag auf, um der Stadt doch noch eine Chance zu geben und nebenbei ein paar Caches einzusammeln.

Doch sehr weit kam ich nicht. In einer Passage stand plötzlich eine der beiden Mädels neben mir, welche ich an meinem ersten Tag in NZ am Flughafen getroffen hatte. Was für ein Zufall! Da sie auch erst angekommen und auf der vergeblichen Suche nach dem “Zentrum” war, gingen wir zusammen weiter. Ich zeigte ihr Quake City, eine kleines Startup-Einkaufszentrum aus Containern. Hier findet man alle wichtigen Läden, welche man sonst vergeblich in der Stadt sucht. Sogar jede Bank hat ihren eigenen Container hier. Wir waren begeistert!
Je länger ich durch die Stadt stöberte, umso mehr interessante Orte konnte ich finden. Es ist doch sehr überraschend, wie kreativ und einfallsreich die Leute ihre Probleme hier meistern und versuchen die Stadt komplett neu aufzubauen!

Da ich noch mind. Zwei Tage warten musste, um endlich meinen neuen Laptop zu bekommen, überlegte ich, was ich außer jeden Abend mit meinen Hostelleuten Karten zu spielen und unsere Gefühle über die Stadt auszuwerten, noch unternehmen könnte. So saß ich plötzlich am nächsten Tag im Bus nach Akaroa.

Akaroa ist die französische Stadt Neuseelands. Sie liegt südöstlich von Christchurch auf der Banks-Halbinsel und ist bekannt für einen wunderschönen Hafen, historische Gebäude, gutes Essen und Aktivitäten wie Delfinschwimmen und Wildlife Watching. Da letzteres mir jedoch doch zu teuer war, entschied ich mich für eine kleine Wanderung entlang des Wassers und zu einem Aussichtspunkt, bevor es nach ein paar Stunden wieder zurück nach Christchurch ging. Ein echt schöner Tag!

Um das geniale Wetter am nächsten Morgen nochmals auszunutzen, nahm ich den Stadtbus zur Gondola, um den gigantischen Blick über die Stadt und den Alpen im Hintergrund zu genießen. Oben angekommen lief ich den Track zum Mt. Pleasant, was für eine geniale Aussicht!!

Schönste Zeit.

Die drei Wochen Urlaub auf der Nordinsel mit Francis waren einfach nur wunderbar! Um die Insel am einfachsten erkunden zu können, haben wir uns einen Campervan gemietet und sind als erstes nochmals in den Norden.

Auch wenn der Linksverkehr und das Automatikgetriebe anfangs noch etwas ungewohnt waren, wir den Scheibenwischer öfters als gewollt betätigten und auch beim Tanken kleine Anfangsschwierigkeiten hatten, haben wir uns schnell daran gewöhnt und unsere Reise konnte beginnen!

Um nicht immer in den teueren Hostels übernachten zu müssen, wollten wir von einem Campingplatz zum nächsten fahren, was jedoch nicht immer ganz einfach war, wie wir an unserem ersten Abend schon gleich erfuhren konnten…

Da wir etwas spät dran waren, hatten schon alle Campingplätze geschlossen und so landeten wir schließlich Nachts in einem kleinen Ort vor einer öffentlichen Toilette.
Da es in Neuseeland verboten ist, an umgekennzeichneten Stellen zu campen, hofften wir, dass sie uns es hier nicht ganz so übel nehmen konnten. Wir hatten es ja immerhin versucht!

Am nächsten Morgen ging es weiter zur Nordspitze, dem Cape Reinga. In einer Bucht ganz in der Nähe fanden wir diesmal auch einen kleinen Campingplatz (mit kalter Dusche).

Da bisher Francis gefahren ist, wurde es am nächsten Tag endlich Zeit, dass auch ich mal das Steuer übernahm. Was für ein Spaß! Wir fuhren die Westküste entlang, um uns die Sanddünen und den 90 Miles Beach anzuschauen. Da der Strand auch als Alternative zur öffentlichen Straße genutzt werden kann, wollten wir das mir unserem Möppel natürlich auch mitnehmen… Wir hätten es ahnen müssen. Leider bin ich nicht einmal bis zum Strand gekommen und im lockeren Sand stecken geblieben. Super! Ein Kiwi war jedoch so gut, und hat uns mit einem Seil wieder herausziehen können.

An einem Strand weiter schlugen wir unser Lager auf. Es war so idylisch, jedoch dachten wir nicht daran, dass sich nicht nur wir, sondern auch die Mücken sich sehr über unseren Aufenthalt dort gefreut haben… Doch nach einem harten Kampf war auch das Problem erledigt. ;)

Da beim Abschleppen unsere Halterung für das Ersatzrad verbogen wurde, machten wir uns am folgenden Tag erstmal auf nach Kaitaia in eine Werkstatt. Als unser guter wieder fahrbereit war, ging unsere Tour weiter nach Paihia zu den Bay of Islands. Wir gönnten uns einen Holidaypark mit Küche, Strom und und warmen(!) Duschen. Juhu!

Den folgenden Tag fand ich als einen der schönsten unserer Reise. Auf einer Bootsfahrt durch die Bay of Islands beobachteten wir Delfine in ihrer freien Wildbahn, besuchten den Hole in the Rock und machten eine Insel-Bustour durch Russel. Von Paihia ging es anschließend auf einer wundervollen Route nach Waipoua Forest, wo wir uns den Tane Mahuta, den größten bekannten Kauri-Baum, anschauten. Nach weiteren Zwischenstopps an traumhaften Plätzen, landeten wir schließlich an den Kai Iwi Lakes.

Nachdem wir nun schon einige Tage in Northland verbrachten, fuhren wir zurück über Auckland nach Coromandel. Diese Halbinsel ist bekannt für ihre unberührten Strände und eimheimischen Wäldern. Bei einem Abendspaziergang mit genialem Sternenhimmel durch den Coromandel Forest Park konnten wir sogar ein paar Kiwis hören.

Wir besuchten die Stadt Coromandel Town und fuhren weiter nach Hahei, um die berühmte Cathedral Cove zu besichtigen. In unserem Holidaypark liehen wir einen Spaten aus und fuhren abends noch zum Hot Water Beach. Sobald Ebbe ist, kann man sich hier seinen eigenen kleinen Whirlpool graben. Etwa zwei Kilometer unter der Erdoberfläche befindet sich eine ca. 170 °C heiße Gesteinsschicht, Reste vulkanischer Aktivität von über Millionen Jahren. In der Mitte waren die gegrabenen Becken so heiß, dass es unmöglich war, sich reinzusetzen!

Am nächsten Tag ging es zur vorerst letzten Küstenstadt für uns, nach Tauranga. Wir fanden einen Campingplatz bei den Mc Laren Falls und machten einen Spaziergang entlang eines kleinen Flusses mit hunderten Glühwürmchen. Wunderschön!

Es ist so langsam Halbzeit unserer gemeinsamen Tour und wir entschlossen, erstmal nicht weiter nach Süden, sondern Richtung Mitte der Insel zu fahren. Rotorua ist die Stadt der heißen Quellen, blubbernden Schlammlöchern und hohen Geysiren. Und sie stinkt wie verfaulte Eier! Igitt!!

Doch Rotorua ist auch die Heimat der Maori. Da ihre Kultur uns auch sehr interessierte, machten wir abends noch eine Tour in das Maori-Dorf Tamaki. Wir sahen verschiedenste Vorführungen zum Kunsthandwerk, Schnitzerei, Kriegskunst, Tanz und Gesang. Abgeschlossen wurde der Abend mit einem traditionellen Hangi (im Erdloch gekochtes Essen). Mjammi!

Den folgenden Tag nutzten wir, um uns die Region um Rotorua noch weiter anzuschauen. Wir machten eine Waldwanderung durch die Redwoods, fuhren an den Lake Rotorua und besuchten die maorische St. Faith Church. Abends gönnten wir uns noch ein paar Entspannungsstunden im Polynesian Spa.

Um noch mehr geothermische Aktivitäten sehen zu können, ging es am nächsten Morgen nach Wai-O-Tapu. Das gesamte Thermalgebiet ist übersät mit Kratern, heißen und kalten Seen, Schlammtümpeln, usw. Und alles so schön bunt durch die verschiedensten Mineralien! Neben dem großen Champagne Pool ist ein Highlight der Lady-Knox-Geysir, welcher täglich um 10:15 ausbricht. Leider geschieht dies nicht natürlich, sondern mit Hilfe von Seife, welche von einem Mann in den Krater geschüttet wird. War aber trotzdem toll, so einen großen Geysir mal aktiv zu sehen!

Anschließend ging es nach Taupo, wo wir einen Stopp bei den Huka Falls einlegten. Ganz in der Nähe konnten wir auch kostenlos auf einem Campingplatz am Waikato River übernachten.

Der nächste Tag bestand hauptsächlich aus organisatorischen Dingen… und unserem ersten Strafzettel. Da hätten wir uns vllt mal vorher über die verschiedenen Parkschilder informieren sollen! :D

Taupo ist eine Stadt voller Attraktionen. So konnten wir es auch nicht lassen und wurden am nächsten Morgen von einer Limousine abgeholt und zum Flughafen gefahren, wo wir in ein kleines Flugzeug stiegen, um in einer Höhe von 15.000 ft, mit einem Mann und Fallschirm am Rücken geschnallt, rauszufallen. Es war gigantisch!
Schon die Aussicht aus dem Flugzeug war umwerfend – unter uns Neuseelands größter See Lake Taupo, dazu die Berge und das perfekte Wetter! Nachdem wir auf unserer Höhe angekommen sind, ging die Tür auf und dann sah ich nur noch, wie Francis und sein Skydive Master hinausfielen. Nachdem noch ein anderer dran war, musste ich schließlich als letztes das Flugzeug verlassen. Es war schon krass, wenn man in fünf Kilometer Höhe an der Tür eines Flugzeuges sitzt, die Beine schon in der Luft baumeln und man versucht, sich ja richtig, in Form einer Banane, an seinen Skydive Master zu schmiegen, bevor man plötzlich nach unten fällt. Nach einer Minute freier Fall ging der Fallschirm auf und man konnte die Landschaft in Ruhe genießen und durfte sogar selbst fliegen. Die Welt sieht von da oben so klein aus… Ich würde es sofort wieder tun!! :-)

Nachdem wir beide wieder heil auf dem Boden der Tatsachen angekommen waren und wieder zurück in die Stadt geschafft wurden, machten wir uns auf den Weg Richtung Mount Taranaki. In meinem Reiseführer hatte ich von einem 155 Kilometer langen Forgotten World Highway gelesen, der bis nach Stratford führt. Mit ca. 150 Fahrzeugen pro Tag, ist es der neuseeländische Highway mit den geringsten Fahrzeugaufkommen. Wir fuhren durch unberührte Gebiete, einen schmalen Tunnel und den vielfältigsten Landschaften. Auch wenn es schon fast dunkel und komplett bewölkt war und wir den riesigen Vulkan leider nicht sehen konnten, hatte sich die Fahrt doch gelohnt!

In New Plymouth gaben wir unserem lieben Gefährt reichlich zu trinken und fuhren anschließend auf einem schnelleren Weg wieder zurück nach Taupo.

Für den nächsten Tag hatten wir eine Kajak-Tour über den Lake Taupo zu den Maori-Felsritzungen gebucht, welche jedoch wegen zu stürmigen Wetters abgesagt werden musste. Da es auch im Tangario Nationalpark stürmte und sogar Schneefall gemeldet war, entschieden wir uns die Wanderung auch lieber sein zu lassen und fuhren nach Waitomo, wo wir noch einen richtig genialen Tag in den Glühwurmhöhlen hatten. Nach einer kurzen Trockenübung seilten wir uns mit zwei Guides und sechs anderen in ein tiefes Loch ab, fuhren mit einem Seilzug, sprangen ins kalte Wasser, krochen, schwammen, rafteten durch die Höhlen und machten eine Pause mit heißer Schokolade und Kuchen. Die tausend Glühwürmchen sahen aus wie ein wunderschöner Sternenhimmel.
Um wieder ans Tageslicht zu kommen, mussten wir noch zwei unterirdische Wasserfälle hochklettern. Es hat so viel Spaß gemacht!! Zum Abschluss gab es nach einer heißen Dusche im Lager noch Suppe und Bagel.

Am nächsten Tag besuchten wir noch die Piripiri Caves, die riesige natürliche Mangapohue Bridge und die wunderschönen Marokopa Waterfalls.

Vielleicht ahnte der Campingplatzbesitzer, dass nun unsere letzte Nacht in unserem geliebten Campervan gekommen war, auf jeden Fall hatte er es vergessen oder wollte uns einfach nicht abkassieren.

Bevor wir uns am nächsten Morgen wieder noch Auckland machten, legten wir einen Stopp in Raglan ein, um noch etwas im Raglan Harbour zu kajaken. Superschön! :)

Es klingt vllt etwas albern, aber ein kleines abschließendes Highlight für mich war noch meine erste Fahrt durch die Waschstraße. Hihi..

Leider war ein paar Meter weiter schon der Autoverleih und wir mussten schweren Herzens unser geliebtes Möppel ausräumen und zurücklassen. :(

Bevor ich mich am nächsten Tag auch noch von Francis verabschieden musste, besuchten wir noch das Pasifika Festival im Western Springs Park. Von allen Pazifik-Inseln (Cook Islands, Aotearoa, Tonga, Fiji, Hawaii, Tahiti, usw.) wurden kleine “Dörfer” errichtet, wo man die Musik, Essen, Kunst und Tänze der Stämme präsentiert bekam.

Nachdem wir unser Gepäck aus dem Hotel holten und zum Flughafen fuhren, hieß es nun auch für uns Abschied zu nehmen. Francis musste zurück nach Deutschland und ich wollte auf die Südinsel, welche noch atemberaubender als die Nordinsel sein soll.

Es waren drei wundervolle Wochen, die ich in meinem Aufenthalt hier nicht missen möchte. Wir haben so viel erlebt und unternommen, es war einfach unbeschreiblich! Viiielen lieben Dank dafür!! :-*

Urlaubsreif.

Damit ich das Warten hier am Flughafen in Auckland nicht nur mit Rumsitzen verbringe, wird es doch mal wieder Zeit für einen neuen Blogeintrag…
Flughafen? Auckland? Warten? Jahaa!! :) Aber dazu komm ich später…
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Unsere Unterkunft in Tonys Hostel hat sich doch etwas länger hingezogen als eigentlich geplant war, sodass wir nun erst vor ein paar Tagen zurückkonnten. Im Hostel hatte sich nicht wirklich viel geändert. Außer das es jetzt nun noch ein Bad WENIGER gibt und die meisten mittlerweile abgereist sind, sodass wir nicht mal mehr an die 20 Leute waren…
Somit wurde es nun auch wirklich Zeit für mich endlich aufzubrechen. Nach der ganzen Arbeit bin ich nun echt reif für Urlaub und mit dem vorerst genug angesparten Geld konnt ich nun zufrieden nach Auckland zurückkehren, um dort nun ganz gespannt auf meinen Besuch aus… *trommelwirbel*… Deutschland!! zu warten. Juhu!

Also buchte ich mir meinen Bus und versuchte wieder ein Platz in meinem Lieblingshostel zu finden. Vergeblich! Alles ausgebucht… Das konnte ich nicht glauben und vermutete, dass vllt die Seite kaputt ist. Naja dann doch ein anderes… aber was ist das?! ALLE Hostels in Auckland sind komplett ausgebucht! Sogar die teuersten Zimmer, das konnte doch nicht sein…
Als wir am nächsten Morgen mit Faye auf Arbeit fuhren und Nachrichten hörten meinte sie plötzlich nur: “Oha da wird Auckland am Wochenende voll sein!” Da wurde ich hellhörig… Faye erzählte, dass am Wochenende die ganzen Rugby-Stars aller Vereine für ein Turnier in der Stadt sind. Das größte Sommerevent des Jahres… Super! Später hab ich auch noch herausgefunden, dass dazu noch ein riesiges Eminem-Konzert und ein chinesisches Festival an dem Wochenende ist. Klar, dass ich dann kein Bett mehr finde! -.-

Ich überlegte, was ich nun tun sollte. Doch den Bus umbuchen und erst nach dem Wochenende abhauen? Niemals! Ich musste endlich auch weg hier… Da musste ich an meine gute Homestay-Familie denken, schrieb Vanita eine Hilfe-SMS und so kam es, dass ich den nächsten Abend wieder mit ihr im Wohnzimmer saß und mit der neuen kleinen Katze von Kareshma spielte. :)

Da ich mich dort jedoch nicht wieder komplett einquartieren wollte, zog ich am nächsten Morgen ins Hostel, um noch ein paar Wege in der City erledigen zu können. Als ich den Hafen entlang ging, landete ich plötzlich mitten in einem Tango-Tanzkurs und kurze Zeit später stand ich nun doch noch zwischen hunderten Menschen auf dem Festival. Ich liebe das! Man muss hier nur einfach loslaufen, irgendwo wird man dann schon landen. ^^

Das Auckland Lantern Festival wird immer nach dem ersten Vollmond nach dem Chinesischen Neuem Jahr gefeiert. Der ganze Albert Parc war geschmückt mit Lichtern und es wurden traditionelle Tänze und Gesänge aufgeführt. Für mich war das alles doch etwas zu kitschig, aber die ganzen Asiaten hier lieben es.. ;)

Als ich Abends im Hostel gerade beim Zähne putzen war, hörte ich es plötzlich laut knallen und krachen. Ich schaute raus und sah im Spiegel der anderen Fenster bunte Lichter blitzen. Ich ging schnell zurück ins Zimmer, schaute aus dem Fenster und sah ein umwerfendes Feuerwerk am Sky Tower. Was für ein wunderbarer Empfang… das hätte echt nicht sein müssen! :D
!

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In den nächsten drei Wochen werden wir erstmal zusammen die Nordinsel erkunden, bevor ich dann Anfang März endlich auf die Südinsel fliege… Also wartet nicht vergeblich, es kann sein, dass ich erst dann wieder Zeit für einen Eintrag finde. ;)
Und da mein Laptop vorerst eh den Geist aufgegeben hat (ich habe ihn wahrscheinlich doch zu oft beleidigt, dass er zu groß und schwer sei :/ ), kann ich leider nur paar Fotos von meinem Handy reinstellen. Ich hoffe, ich finde bald Ersatz und lade dann die anderen einfach nach

Cut and paint.

Da heute Feiertag ist und ich nun einige Stunden in den beiden Pools hier entspannen konnte, versuche ich jetzt endlich mal meinen Blog zu erweitern…

Seit über drei Wochen wohne ich nun schon in einem Working-Hostel in Kerikeri. Leider ist es hier doch alles etwas weitläufiger, als ich es mir vorgestellt hatte und die Strände sind einfach zu weit weg. Doch irgendwie ist das egal und ich fühle mich richtig wohl hier… Wir sind ca. 30-40 Leute, welche wie eine große WG zusammenleben. Da in Kerikeri, außer zum Farmersmarkt jeden Sonntag, nicht wirklich viel los ist, verbringen wir die meiste Zeit im Hostel am Pool, spielen ein Beer-Pong-Match nach dem nächsten oder hocken alle im TV-Room und nutzen Sky in vollen Zügen. Man ist hier nie alleine und wenn doch, dann braucht man nur ausversehen sein Geschirr stehen zu lassen und schon steht die Hostelmutti Faye neben einem: „Wash, dry and put away!“ Das werde ich echt vermissen… Wash, dry and put away… wash, dry and put away… wash, dry and put away… vermutlich träume ich schon davon!

Dies ist genauso wie mein zweiter Spruch, der mich hier in Kerikeri durchweg verfolgt: “Cut and paint!” Um erstmal ein bisschen Geld fürs Rumreisen zu sparen, arbeite ich jeden Tag 8 Stunden auf einer Kiwifarm und beschneide die ganzen Bäume und painte alle Stellen, die ich beschnitten habe. Unsere Supervisors glauben es mir nicht so richtig, aber ich habe echt mega viel Spaß dabei, einfach draußen zu arbeiten und einen Baum nach dem nächsten zu beschneiden. Man denkt dabei auch über soviel Mist nach, das ist echt unglaublich… Am coolsten ist, wenn wir einfach alle markierten Bäume ummachen müssen. Da könnte ich nur fast heulen, wenn ich Bäume fälle, die allein soviele Kiwis haben, dass man einen ganzen Supermarkt ausstatten könnte! Und dann liegen sie einfach vor mir auf dem Boden und warten bis der große Hechsler kommt und sie alle auffrisst… Es ist so krass, wie viele Kiwis einfach weggeworfen werden, weil der Baum vllt nicht schön genug war oder die Früchte an sich einfach zu klein oder zu hässlich sind. Mich wundert echt, dass es da überhaupt noch welche auf den Ladentisch schaffen… :(

Was ich auch überhaupt nicht mag, sind die männlichen Bäume. Boah wie ich sie hasse! :D Theoretisch ist das alles ja ganz einfach, aber wenn ich vor ihnen stehe und die neuen Triebe einfach gewachsen sind, wie sie wollen und einen eigenen schönen kleinen Dschungel gebildet haben, bin ich immer fast am verzweifeln… Herrje, ich freu mich schon auf morgen! Dann geht’s wieder an die „Males“…

Ansonsten, wenn ich nicht gerade auf Arbeit bin oder im Hostel rumlungere, hat Kerikeri auch ein paar schöne Stellen zu bieten, an denen man auch baden kann. Besonders toll sind die Regenbogen-Wasserfälle und Charlie’s Rock, eine kleine Klippe mitten in der Landschaft. Das Becken ist so tief, dass es noch keiner geschafft hat, einfach so auf den Grund zu tauchen. Das ist alles ganz schön, aber leider kann man nur ins Wasser, wenn man von der Klippe springt… aber das macht echt Fun! Meinen ersten Sprung von der höchsten Stelle hab ich natürlich auch gefilmt: https://www.facebook.com/photo.php?v=681864711853269&l=7365256152991151207 :D

Joah und sonst gab es heut ein wenig Trubel im Hostel. Letzte Woche sind morgens in der Hektik, wenn wir alle auf Arbeit müssen, zwei Sicherheitsleute aufgetaucht und haben das ganze Hostel begutachtet. Als wir dann abends ins Hostel kamen und gerade am Pool entspannen wollten, wurden wir plötzlich zusammengetrommelt. Tony, der Besitzer des Hostels, erzählte uns, dass die beiden Männer meinen, dass das Hostel bei einem Brand zu unsicher ist und nun so lange geschlossen wird, bis alles umgebaut ist. Da wir hier jedoch alle Arbeit haben und das andere Hostel auch fast ausgebucht ist, wollte Tony uns nicht einfach auf die Straße setzen und hat uns für nun eine Woche in sein Privathaus eingeladen und so das Hostel in der Zeit umgebaut werden kann. Es fehlt nur der Blick aufs Meer, ansonsten wäre es echt perfekt! Tony und seine Freundin Stefanie (eine ausgewanderte Deutsche ;) ) haben sich echt viel Mühe gegeben, dass es uns hier richtig gut geht und es uns an nichts fehlt: Pool, Whirlpool, Barbecue, einen riesen Rasen (auf dem ich gerade mit meinem Laptop chille), Freies W-LAN (welches sogar bis hierhin reicht!), eine große Küche (mit mehr Platz als im Hostel) und natürlich genug Räumen mit Betten für alle und einem kleinen Mietpreisnachlass… Und das Beste ist: eine Woche ohne unsere gute Fee!! Es tat so gut, den Teller mit den Orangenschalen kurz stehen zulassen und erst abzuspülen, als ich mit dem Entspannen im Whirlpool fertig war… Herrlich! ;)

Mein Fazit der letzten Wochen: Vergesse NIE alles sofort zu spülen, sofort abzutrocknen und SOFORT wegzuräumen! ;D